Die christlichen Feste

Hier vielleicht einige Worte als Einleitung in die Thematik, beginnen wir mit der 'Alten Kirche'. Dieser Ausdruck bezeichnet die ersten Jahrhunderte der christlichen Kirchengeschichte, wobei diese Epoche unterschiedlich eingegrenzt wird. Normalerweise fällt die Abgrenzung faktisch zusammen mit der Abgrenzung der Gegenstandsbereiche der Lehrstühle für 'Alte Kirchengeschichte' und 'Mittlere und Neuere Kirchengeschichte'.

Für die zeitliche Begrenzung des 'Alte Kirche' genannten Zeitraums existieren unterschiedliche Vorschläge. Zumeist wird damit jedenfalls ein Zeitabschnitt verstanden, welcher die Abspaltung der Altorientalischen Kirchen und der theologischen Auseinanderentwicklung der orthodoxen und römisch-katholischen Kirche vorausliegt. Die theologischen Entwicklungen, die ökumenischen Konzile, die Heiligen und Kirchenväter dieser Zeit werden mithin in allen großen christlichen Kirchen anerkannt.

Generell zur Epoche der 'Alten Kirche' werden die Zeit des Urchristentums, die Zeit der Apostolischen Väter, die Apologeten, die frühchristlichen Märtyrer, der Kirchenväter, die Reichskirche nach der Konstantinischen Wende und die ersten vier Ökumenischen Konzile bis zum Konzil von Chalcedon 451 gerechnet.

Für die westliche Kirche wird die Epoche der 'Alten Kirche' oft bis zum Untergang des Weströmischen Reichs gerechnet, nach manchen Autoren auch bis zu Gregor dem Großen (540-604), dem letzten Kirchenlehrer des Westens, der auch in der Ostkirche anerkannt wird.

Für die christlichen Kirchen in der Zeit der 'Alten Kirche' gibt es verschiedene Bezeichnungen, die sich teilweise überschneiden:

: Die Jerusalemer Urgemeinde war die erste christliche Gemeinde, die sich nach Pfingsten in Jerusalem versammelte, in der Zeit von etwa 30 bis 710.

: Urchristentum bezeichnet in der Christentumsgeschichte die Enstehungszeit des Christentums, vom Tod des Jesus von Nazaret um 30 oder 33 bis zur Verschriftung der synoptischen Evangelien.

: Die Zeit der apostolischen Väter bezeichnet die Zeit der Kirchenväter, die wahrscheinlich persönliche Beziehungen zu Aposteln gehabt haben oder stark von den Aposteln beeinflusst wurden, also Kirchenväter der zweiten und dritten Generation im späten ersten und der ersten Hälte des zweiten Jahrhunderts.

: Die Zeit der lokalen und systematischen Christenverfolgung im Römischen Reich begann etwa 49 und endete mit dem Mailänder Toleranzedikt von 313, endgültig mit der Anerkennung der christlichen Kirche als einziger Staatsreligion 391.

: Ein wesentlicher Schritt zur römischen Reichskirche war das Dreikaiseredikt 380, das den römisch-alexandrinischen trinitarischen Glauben zur offiziellen Religion des römischen Reichs erklärte um die innerchristlichen Streitigkeiten zu beenden, und das Edikt 391, mit dem Theodosius I. die heidnischen Kulte verbot. Nach heutiger Sicht vieler Forscher war es jedoch erst Justitian I. der in der Mitte des sechsten Jahrhunderts im römischen Reich das Christentum tatsächlich gegen das Heidentum durchsetzte. Die römische Reichskirche hatte gegenüber dem Staat nie die Macht der römisch-katholischen Kirche im Mittelalter, sondern war besonders im Osten immer in einem prekären Machtgleichgewicht mit der staatlichen Macht des Kaisers.

: Als Zeit der ökumenischen Konzilien wird die Zeit der sieben ökumenischen Konzile vom ersten Konzil in Nizäa 325 bis zum zweiten Konzil von Nizäa 787 bezeichnet.

: Patristik ist die Wissenschaft, die sich mit der Zeit der Kirchenväter vom zweiten bis ins achte Jahrhundert befasst.

: Als Pentarchie wird die Zeit der fünf ökumenischen Patriarchate bezeichnet. Die Patriarchate existierten de facto  seit dem ersten Konzil von Konstantinopel 381 und wurden am Konzil von Chalcedon endgültig definiert. Die Pentarchie umfasste folgende fünf Patriarchate: Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem. Die Epoche der Pentarchie endete mit dem Morgenländischen Schisma etwa um die Jahrtausendwende.

In die Zeit der 'Alten Kirche' fällt die Entwicklung vom Urchristentum zur Bischofskirche und dann zu den fünf Patriarchen Alexandria, Antiochia, Jerusalem, Konstantinopel und Rom.

Ebenfalls in die Zeit der 'Alten Kirche' fallen die Anfänge des Mönchtums, die ersten Klöster in Ägypten, die Ordensregeln von Basilius von Caesarea und von Benedikt vorn Nursia.

In der Zeit der 'Alten Kirche' entstanden der Kanon des Neuen Testaments und die allgemein anerkannten Glaubensbekenntnisse. Wesentliche Konflikte dieser Zeit gibt es mit der Gnosis, dem Hellenismus und bezüglich der Christologie; Arianischer Streit, Nestorianischer Streit und bezüglich der Ekklesiologie.

Die Christianisierung Osteuropas geschah im Wesentlichen von Konstantinopel aus. Vom siebten bis neunten Jahrhundert weruden die Serben missioniert. Im neunten Jahrhundert übersetzten die aus Saloniki stammenden Brüder Kyrill und Method von Saloniki Teile des Neuen Testaments und der Liturgie ins Slawische und schrieben sie in der von Kyrill entwickelten glagolitischen Schrift nieder. Sie missionierten im Auftrag von Photius I. in Böhmen und Mähren, wo sie in Streitigkeiten zwischen der Westkirche und der Ostkirche verwickelt wurden. Mähren bekannte sich zum Christentum, wurde aber nach dem Einfall der Ungarn wieder mehrheitlich heidnisch.

Die Übersetzungen von Kyrill und Method spielten eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Christentums in Bulgarien und nach 950 auch in Russland. 864 wurde Boris, der Khagan der Bulgaren, getauft was bald zu einer Massenbekehrung führte. Burlgarien war das erste Land, das offiziell eine slawische Liturgie einführte. Unter dem Sohn von Boris, Simeon, wurde das Land vollständig christianiesiert und 917 erklärte sich die Bulgarische Kirche als autokephal unabhängig und wurde ein eigenes Patriarchat. Die Kirche war in der Lehre orthodox, in der Verwaltung aber unabhängig - die erste von mehreren slawischen Kirchen, die nach diesem Muster selbständig wurden.

Photius sandte im neunten Jahrhundert auch die ersten Missionare nach Russland. In der Mitte des zehnten Jahrhunderts gab es in der Hauptstadt Kiew eine christliche Kirche und die Großfürstin Olga ließ sich taufen. Erst unter ihrem Enkel Wladimir kam es jedoch zu einer Massenbekehrung von Kiew und Umgebung. 991 wurde Bevölkerung von Nowgord getauft. Beim Tod Wladimirs 1015 gab es drei Bistümer in Russland. Im zwölften Jahrhundert breitete sich das Christentum entlang der oberen Wolga aus. Die Mission geschah in erster Linie durch Mönche und es wurden zahlreiche Klöster gegründet.

Die Böhmen wurden in erster Linie von Deutschland aus missioniert. Im 10. Jahrhundert war Wenzel von Böhmen ein christlicher Herrscher, der von seinem heidnischen Bruder Boleslav I. ermordt wurde. Dessen Sohn, Boleslav II. förderte allerdings wieder aktiv das Christentum, gründete Klöster und baute Kirchen und vervollständigte die nominelle Christianisierung von Böhmen. Auch Polen wurde im 10. Jahrhundert von Deutschland aus missioniert, aber es dauerte mehrer Generationen, bis sich das Christentum dort halbwegs durchsetzte. Die Christianisierung Ungarns erfolgte im späten 10. Jahrhundert und wurde hauptsächlich durch das Königshaus erreicht, insbesondere durch Stephan I.

Die Völker des Baltikums, die Prußen, Wenden, Letten und andere baltische Stämme, sowie die Esten wurden erst im 10. bis 13. Jahrhundert im Zuge der deutschen Ostsiedlung zwangschristianisiert, wobei das Großfürstentum Litauen nicht erobert werden konnte uns sich erst Ende des 14. Jahrhunderts zum Christentum bekehrte.

Die Lateinischsprachigen Länder Westeuropas gehörten zum christianisierten römischen Reich. Auch nach dem Zusammenbruch des Westreichs blieb die Bevölkerung mehrheitlich beim katholisch-orthodoxen Glauben, auch dort, wo sie während der Völkerwanderung zeitweise von arianischen germanischen Stämmen beherrscht wurde.

Irland wurde seit dem 5. Jahrhundert von Patrick von Irland christianisiert. Dort bildete sich eine eigentständige irische Kirche und ein ganz unabhängiges keltischen Christentum heraus, das nicht durch Bischöfe, sondern durch Klöster geleitet wurde. In diesen Abteien gestaltete sich das Leben nach anderen Regeln und es entwickelte sich eine hohe Kultur der Buchkunst mit reich verzierten Bibeln und anderen Büchern. Da Irland abseits der Ströme der Völkerwanderung lag, blieb hier ein großer Teil des Wissens der Antike erhalten und wurde auch durch Klöster verwahrt.

Dabei hatten es die irischen Möche, da es an einer zentraltstaatlichen Einheit völlig fehlte, immer wieder mit lokalen Herrschern zu tun, die kirchenfeindliche eingestellt waren und ebenso wie die Wikinger Klöster ausraubten. Die hielt im wesentlichen bis ins Hochmittelalter an. Möche der uneinheitlichen irischen Kirche zogen sich daher immer wieder in Eremitagen und auf einsame Inseln zurück oder verließen die Insel und waren missionarisch aktiv: Im 6. Jahrundert wurde nicht nur die Missionierung Schottlands und Nordenglands begonnen sondern irische Mönche reisten auch nach Gallien, Süddeutschland und der Schweiz, wo sie Klöster gründeten.

Erst im 12. Jahrhundert wurde die Irische Kirche nach römischem Vorbild umgestaltet, wobei Rom unter anderem wegen der anglo-normannischen Besatzung schnell wieder Einfluss verlor.

Im 7. Jahrhundert wurde England gleichzeitig von Iro-schottischen und römisch-katholischen Missionaren bearbeitet, was wegen des unterschiedlichen Kirchenverständnisses zu Konflikten führte. Auf der Synode von Whitby wurde 664 zugunsten des römischen Ritus entschieden. Auch von England aus reisten zahlreiche Missionare auf den den Kontinent, die sich insbesondere den mit den Angelsachsen verwandten germanischen Völkern widmeten. Die herausragende Figur dabei war Bonifatius, der insbesondere in Franken und Hessen zahlreiche Klöster gründete, aber auch in Thüringen und Friesland predigte.

Bonifatius betrachtete das keltische Christentum als ungenügend und verlangte die Unterwerfung unter Rom. Keltische Geistliche, die nicht dem Papst unterstellt waren, bezeichnete er als falsche Propheten, Götzendiener und Ehebrecher (da sie als Geistliche verheiratet waren). Insbesondere in Bayern traf er auf energischen Widerstand der existierenden Christen.

Im Frankenreich, dessen einfache Bevölkerung seit der Römerzeit im Wesentlichen christinanisiert war, wurde 499 mit der Taufe Chlodwigs auch die bis dahin heidnische fränkische Oberschicht katholisch.

Die Sachsen wurden im achten und neunten Jahrhundert durch Karl den Großen teilweise gewaltsam zum Christentum gebracht, das dennoch dort schnell Fuß fasste, wie das in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts entstandene Lied Heliand ebenso zeigt, wie die Ottonen, die im 10. Jahrhundert eine starke Stütze des westeuropäischen Christentums wurden.

Der Nordosten Deutschlands kam erst im 10. Jahrhundert zum Christentum.

 

 

 

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